Mein Eindruck von der Berlin Con ’25

Vom 1. bis 3. August hieß es dieses Jahr wieder „Auf nach Berlin!“, um genauer zu sein, ins Estrel Hotel, ein Hotel der Superlative mit über 2000 Betten [1]. Nach der Anreise ging es erstmal mit unseren Spielen bepackt, zur Spieleannahme des berühmt berüchtigten Brettspielflohmarkts, an welcher sich schon eine kleine Schlange bildete. Doch dank des engagierten Flohmarktteams war die Schlange schnell abgearbeitet und wir konnten los zur Game Night. Diese fand am Freitag von 16:30 bis 24:00 statt und war für Besitzerinnen des sogenannten „Badge-Tickets“ inklusive.

Game Night am Freitag auf der freien Spielefläche.

Die Spiele waren mithilfe der Berlin Con-App schnell und unkompliziert reserviert und konnten an zwei Fastlanes abgeholt werden. Das lief die meiste Zeit reibungslos, im Zweifel musste die App nochmal kurz vorher neu heruntergeladen werden, um die letzten Bugs zu entfernen. Eine Neuerung zum Vorjahr war hier die Möglichkeit eine Wunschliste mit Spielen in der Ausleihe anzulegen, ein sehr willkommenes Feature, da man sonst schnell den Baum unter all den über 1700 Spielen nicht mehr sieht. Die freie Spielfläche wirkte gegen 20 Uhr so gut wie voll, hier hat die Berlin Con sicherlich seine Kapazitätsgrenze erreicht, wobei auch noch weitere Spieletische außerhalb zu finden waren. Bei uns kamen insgesamt fünf Spiele auf den Tisch, darunter auch die Asmodee-Neuheit „Brick Like This“, damit war die Spieleausleihe nicht nur prall gespickt mit beliebten Klassikern, sondern auch Neuheiten und aktuelle Spiele waren vertreten. Um 24 Uhr fielen wir dann vom Convention Center direkt in unsere Betten im angegliederten Hotel.

Am nächsten Morgen schlenderten wir erst einmal gemütlich zum Frühstücksbuffett, welches mit 25 Euro pro Person definitiv nicht günstig ist, aber im Vergleich zum Vorjahr schien es doch eine kleine Erweiterung des Angebots gegeben zu haben: Neben Brot und Brötchen gab es auch eine Station mit warmen Speisen wie Speck und Rührei und natürlich durfte auch eine Station mit Joghurt, Müsli und Früchten nicht fehlen. Hier zahlt man eben nicht nur für das Essen an sich, sondern auch für den Luxus direkt neben der Convention frühstücken zu können. Dann machten wir uns auch schon auf den Weg zum Eingang, welcher gegen kurz nach 9 schon gut gefüllt war und nach einer kleinen Begrüßung durch Hunter und sein Team um 9:30 öffnete.

Menschentraube vor dem Eingang des Conventiongeländes am Samstag Morgen.

Wir steuerten direkt den Flohmarkt an, welchen wir dank gebuchten Slots schon kurz nach 9:30 betreten konnten. Im Vergleich zum Vorjahr führte das Slotsystem zu wesentlich kürzeren bis gar keinen Schlangen am Flohmarkt, und dank der über 10.000 Spiele, die dort zum Verkauf angeboten wurden, war das Angebot sicherlich auch um 13 Uhr, als man ohne Extraticket den Flohmarkt betreten konnte, noch immer beträchtlich. Alles in allem also meiner Meinung nach eine Verbesserung auch wenn der Ansturm auf die Slottickets dieses Jahr sicherlich nochmal größer ausfallen könnte. Ob die Veranstalter dieses mit einer weiteren Preissteigerung zu regulieren versuchen werden, bleibt dabei abzuwarten, dieses Jahr kosteten die Slottickets 10 Euro mehr.

Unter den Spielen auf dem Flohmarkt war alles vertreten: Von gigantischen, kallaxfüllenden Kickstarterfinanzierten Riesenboxen bis hin zu kleinen Schachteln und Promokarten. Von Neuheiten wie Ofrenda, welches gerade auf der parallel stattfindenden GenCon sein Debüt feiert [2], bis hin zu älteren Titeln wie Auf Achse. Und auch von der Preisgestaltung war alles dabei und während manche Spiele für wenige Euros angeboten wurden, teilweise trotz Originalverpackung, fanden sich auch einige Spiele, deren Gebrauchtpreis nicht mit den über die Onlinehändler abrufbaren Preisen konkurrieren konnte. Kein Wunder also, dass am Sonntag auch der ein oder andere wieder mit einigen an unverkauften Brettspielen nach Hause fahren musste.

Nachdem wir unsere gekauften Spiele sicher verstaut hatten, ging es zurück, dieses Mal erst in den Saal Europa und anschließend in die Halle 2, in denen sich Händler und Aussteller befanden. Dieses Jahr konnte die Berlin Con über 80 Aussteller vorweisen und in den entsprechenden Hallen kam dank des regen Andrangs und der vollen Spieletische richtiges Messefeeling auf. Hier konnte man nicht nur brandneue Spiele wie Pergola oder Bobbidi Boom anspielen, sondern auch Demos von Essenneuheiten spielen oder das ein oder andere ältere Spiel als Schnäppchen mit nach Hause nehmen.

Anschließend machten wir uns, nach einer kurzen Partie Pergola, direkt zum legendären Kneipenquiz auf. Hier konnte in Teams von vier bis acht (oder auch mehr) Personen über vier Runden gerätselt werden, wobei die Kreativität der Fragen ihresgleichen sucht. Darunter waren natürlich auch die ein oder andere Brettspielfrage, aber auch Fragen zu Popkultur, Geografie und Biologie waren vertreten. Das alles wurde unterhaltend moderiert von Nils und Flo und durch die rasante Auswertung im Hintergrund, war nach zweieinhalb Stunden ein Siegerteam gekürt.

Um uns für die anschließende Game Night von 19 bis 24 Uhr zu stärken, besuchten wir eines der Restaurants des Hotels, in welchem Steak und Burger (auch als vegane Option) angeboten wurden, jedoch sorgte der große Besucheransturm für etwas längere Wartezeiten beim Essen. Satt, zufrieden und erholt traten wir den Weg zurück zur freien Spielefläche an, welche so gut gefüllt war, dass es uns hier nicht mehr möglich war einen Platz für sechs zu ergattern. Daher suchten wir weiter und fanden uns schließlich einen schönen Tisch im Saal Estrel, der perfekt geeignet für ein Partyspiel in großer Runde war. Zu später Stunde beendeten wir den Abend dann noch mit einer Runde Die Weiße Burg zu viert bevor es wieder aufs Hotelzimmer ging.

Am nächsten Morgen checkten wir nach dem Frühstück direkt aus dem Hotel aus und verstauten unser Gepäck im Auto im angegliederten Parkhaus. Dann nutzten wir den letzten Tag noch ausgiebig bis in den späten Nachmittag hinein und spielten, unter anderem Planet Unknown. Zuguterletzt testeten wir dann noch das kulinarische Angebot an der Waterfront, einem Biergarten direkt neben dem Hotel, welcher eine sehr köstliche Pizza im Angebot hatte, sowie weitere Spezialitäten vom Grill. Nach dem Vergnügen folgte dann noch eine letzte Verpflichtung und zwar die Abrechnung des Flohmarktverkaufs. Hier bildete sich bereits kurz vor 16 Uhr eine beträchtliche Schlange, aber auch hier gab das Flohmarktteam alles, um die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Nachdem wir auf dem Flohmarkt verbliebene Spiele eingesammelt, bzw. gespendet hatten, und die Abrechnung abgeschlossen war, machten wir uns auf den Heimweg.

Dieses Jahr waren wir zum dritten Mal auf der Berlin Con, welche mittlerweile zu meinem spielerischen Jahreshighlight geworden ist. Die Atmosphäre und die Möglichkeiten zu spielen sind einladend und auch das Randprogramm sorgt für die nötige Abwechslung. Kritik, die noch im letzten Jahr geäußert wurde, wird ernst genommen und entsprechende Änderungen werden umzusetzen versucht. Ich habe mich während der gesamten Veranstaltung wohl gefühlt und komme nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.

[1] https://die-deutsche-wirtschaft.de/unternehmen/streletzki-gruppe-berlin/

[2] https://www.ospreypublishing.com/uk/ofrenda-9781472868787/

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