„Ich will blühende Provinzen! Ran an die Arbeit!“ Um den Großmogul zufriedenzustellen, müssen wir als Landesfürstinnen unserer Provinz nicht nur Reichtum, sondern auch Ruhm bescheren. Ähnlich wie bei der großen Schwester siegt nur diejenige, die beides erreicht, sodass sich die Marker auf den entsprechenden beiden Leisten kreuzen. Als Fan von Rajas of the Ganges und Roll&Write-Spielen, war dieser Neuzugang ein absoluter No-Brainer.
- Autorinnen: Inka & Markus Brand
- Illustrationen: Dennis Lohausen
- Verlag: HUCH!
- Spielerinnenanzahl: 2-5
- Spieldauer: 30-45 Minuten
- Alter: ab 12 Jahren
Spielmaterial
Rajas of the Ganges – The Dice Charmers kommt in einer mittelgroßen Schachtel daher, die denen der Kosmos 2-Personen-Spiel-Reihe ähnelt. Das Cover gleicht in weiten Teilen dem von Rajas of the Ganges nur ist im Allgemeinen das Farbschema des Spieles etwas angepasst worden und setzt nun mehr auf Pastelltöne als auf knallige Farben. In der Schachtel befinden sich 2 Spielblöcke mit jeweil ungefähr 50 Seiten (nicht genau nachgezählt), einer für die Sonnen- und einer für die Mondvariante. Positiv hervorzuheben ist meiner Meinung nach, dass die Blätter doppelseitig bedruckt sind, ökologisch sinnvoll, aber lange noch keine Selbstverständlichkeit. Desweiteren liegen dem Spielmaterial 8 pastellfarbene Würfel bei, 2 grüne, 2 gelbe, 2 lilafarbene und 2 blaue. Dabei repräsentiert jede Farbe eine bestimmte Kategorie von Aktionen, die auf dem entsprechenden Bereich des Spielplans ausgeführt werden können. Für jede Spielerin liegt eine Würfelablage bereit, die auch aufzeigt mit wievielen Würfeln pro Durchgang bei welcher Spielerinnenanzahl gespielt wird. Zuguterletzt darf natürlich auch ein Elefant nicht fehlen. Hier nicht als Startspielermarker, sondern als Ablage für gebannte Würfel. Dieser muss allerdings vor jeder Partie erst noch assembliert werden, da er zusammengebaut nicht in die Schachtel passt.

Anleitung
Wie praktisch! Da das Spielmaterial vollkommen sprachneutral ist, kommt die entsprechende Anleitung direkt in 4 Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch. Die deutsche Version erstreckt sich über 12 Seiten des circa A6-großen Anleitungsheftes. War die Anleitung von Rajas of the Ganges doch eher übersichtlich wirkt diese Ausführung schon etwas lang im Vergleich zur Schachtelgröße. Die Erklärungen zu den verschiedenen Bereichen auf dem Spielplan sind entsprechend farblich unterlegt, was ein Nachschlagen erleichtert. Ein einmaliges Lesen der Regeln genügt, um das Spiel verstanden zu haben, danach dient die Anleitung eher als Nachschlagewerk für die verschiedenen Symbole.
Spielmechanismus
Bei Rajas of the Ganges – The Dice Charmers handelt es sich um ein klassisches Roll&Write-Spiel, es wird gewürfelt, Würfel werden ausgewählt und Felder werden angekreut/ausgefüllt. Die aktive Spielerin würfelt zu Beginn jeder Runde mit allen 8 Würfeln. Danach sucht sie einen aus, dabei wandert der zugehörige übrigbleibende Würfel derselben Farbe auf den Elefanten und steht den anderen Spielerinnen zunächst nicht mehr zur Verfügung. Dann macht die Spielerin ein Kreuz im gewählten Bereich – hierbei ist sie natürlich an das daraufgezeigte Symbol gebunden. Grüne Würfel erlauben es Straßen in der Provinz zu errichten und damit Gebäude miteinander zu verbinden, blaue Würfel repräsentieren den Ganges, hier darf der Bonus des zum Symbol passenden Feldes eingetragen werden. Lilafarbene Würfel bringen der Spielerin Ressourcen in Form von Tee, Seide oder Gewürzen und orange Würfel erlauben es Personen anzuheuern, die einen mit unterschiedlichen Fähigkeiten unterstützen. Doch wie erhält man nun den benötigten Reichtum und Ruhm? Hier kommen die Fähigkeiten und die Boni ins Spiel. Diese erlauben das Verkaufen von Waren für Geld oder das Aufwerten von Gebäuden, damit diese mehr Ruhmespunkte bringen. Und Boni sind der Weg zum Ziel in diesem Spiel, kann man doch durch geschicktes Planen lange Kettenreaktionen an Boni auslösen, die einen schneller ans Ziel kommen lassen. Zuguterletzt noch ein Wort zum Karma: Dieses können wir hier nämlich auch schon sammeln wie im Vorgänger. Das Einsetzen von Karma erlaubt es den gebannten Würfel auf dem Elefanten zusammen mit einem noch nicht ausgewählten noch einmal zu würfeln und danach eine der gewürfelten Aktionen auszuführen. Das Spiel endet sobald sich die Ruhmes- und Geldleiste bei einer Spielerin kreuzen, der aktuelle Durchgang wird beendet und bei wem die Leisten sich am weitesten überlappen gewinnt.

Fazit
Als großer Fan von Rajas of the Ganges waren die Erwartungen an dieses Spiel entsprechend hoch. Und ich wurde nicht enttäuscht! Das Spiel erinnert an einen Hybrid aus Rajas of the Ganges, sind hier die Elemente aus dem Ursprungsspiel alle wiederzufinden, und Ganz schön clever, durch die möglichen Boni-Kettenreaktionen. Es zählt meiner Meinung nach definitiv zu den strategischeren Roll&Write-Spielen, muss man sich doch gut überlegen, in welcher Reihenfolge man bestimmte Felder ankreuzt, um das Maximum an Ruhmespunkten bzw. Reichtum zu erlangen. Der zweite Spielerbogen (die Nachtseite) bietet ein wenig Abwechslung durch andere Reihenfolgen von Boni, ein nettes Add-on, auch wenn ich finde, dass durch das Zufallselement der Würfel feste Strategien über mehrere Partien kaum möglich sind. Die Dynamik des Spieles über den gesamten Spielverlauf gefällt mir sehr gut, müht man sich zu Beginn noch ab und kämpft um jedes bisschen Reichtum und Ruhm, während gegen Ende sich die Leisten schneller kreuzen als es der ein oder anderen lieb ist. Rajas of the Ganges – The Dice Charmers zählt für mich zu den Spielen, die ich zu jederzeit mitspielen würde, eine schöne Abwechslung zu den eher einfachen Roll&Write-Spielen wie Qwixx. Definitiv eine Empfehlung für Liebhaberinnen des Genres, wer mit Roll&Write-Spielen nichts anzufangen weiß, dem empfehle ich an dieser Stelle die große Schwester.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen guten Überblick über das Spiel ermöglichen. Frohes Spielen!