Nachdem ich vor Kurzem zum ersten Mal Nova Luna spielen durfte, musste ich auch meine Sammlung um ein weiteres neues Spiel von Uwe Rosenberg erweitern. Letztendlich habe ich mich dann aber für die kleine Schwester Sagani entschieden. Eine gute Entscheidung?
- Autor: Uwe Rosenberg
- Illustrationen: Lukas Siegmon
- Verlag: Skellig Games
- Spielerinnenanzahl: 1-4
- Spieldauer: 45 Minuten
- Alter: ab 8 Jahren
Spielmaterial
Sagani kommt in einer mittelgroßen Schachtel daher (Format ähnlich zu Kingdomino) mit einem einfachen Papp-Insert, da das Spielmaterial die Schachtel gerade einmal zur Hälfte füllt. Enthalten sind ein Spielplan um die Siegpunkte anzuzeigen, 72 Naturgeisterplättchen in vier Farben, individuelles Spielermaterial bestehend aus je 24 Holzscheiben in den 4 Spielerfarben (weiß, grau, braun und schwarz) sowie jeweils einem Spielermarker für die Siegpunktleiste. Außerdem liegen 10 rote Holzscheiben als Missklangscheiben und ein Startspielermarker aus Pappe bei. Die Schachtel selber und das Material sind von guter Qualität und liebevoll mit Illustrationen ausgestattet, auch dort, wo sie nicht essenziell fürs Spiel sind, zum Beispiel auf der Rückseite der Siegpunkleiste und dem Pappinsert.

Anleitung
Die Anleitung im Format der Box selber umfasst 6 Seiten für das Grundspiel zuzüglich einer weiteren Seite für die Solo-Variante. Die einzelnen Phasen des Spiels sind auch nochmal grafisch dargestellt, was das Erlernen und logische Nachvollziehen der Regel erleichtert. Die Aufteilung ist klassisch und sinnvoll, beginnt mit der Vorbereitung des Spiels, gefolgt vom Spielablauf aufgeteilt in die einzelnen Phasen und den Bedingungen fürs Spielende. Einige Passagen sind rot oder fett gedruckt, um einzelne Aspekte der Anleitung noch einmal hervorzuheben. Nach welchen Kriterien diese Stellen hervorgehoben wurden, bleibt mir jedoch ein Rätsel, jedenfalls ist es nicht möglich die Regeln aufzufrischen, indem man nur diese Stellen liest. Es sind ein paar Verweise auf spätere Abschnitte enthalten, dies ist beim ersten Lesen zunächst ein wenig verwirrend, aufgrund des doch übersichtlichen Ausmaßes der Anleitung aber letztendlich keine zu große Hürde.
Spielmechanismus
Bei Sagani handelt es sich in gewisser Weise um ein Puzzle-Spiel jedoch ohne die sonst so häufig verwendeten Polyominos. Die Spielerinnen wählen nacheinander Naturgeisterplättchen aus einer Auslage, die zu Beginn 5 Plättchen umfasst und erst aufgefüllt wird, wenn alle davon genommen wurden. Dabei dürfen die Plättchen beliebig in den eigenen Bereich der Spielerin angelegt werden, müssen jedoch an ein anderes Plättchen waagerecht oder senkrecht angrenzen. Auf der Vorderseite der Plättchen sind dabei zwischen 1-4 Pfeile abgebildet in den 4 Farben der Plättchen, die auf unterschiedliche Ecken und Kanten des Plättchens zeigen. Dies sind die Aufgaben, die es zu lösen gilt, indem in der angegebenen Richtung ein Plättchen in der Farbe des Pfeils gelegt wird, welches nicht unbedingt direkt benachbart liegen muss und auch bereits ausliegen kann, um zu zählen. Den Fortschritt der Aufgaben halten wir mit den sogenannten Klangscheiben in der eigenen Spielerfarbe fest, indem wir beim Auslegen des Plättchens so viele Klangscheiben wie Pfeile abgebildet sind auf dem Plättchen platzieren. Sind dafür nicht mehr ausreichend von den eigenen Klangscheiben vorhanden, weil zu viele der Aufgaben in der persönlichen Auslage nicht erfüllt sind, müssen wir mit roten Missklangscheiben komplementieren und streichen für jede 2 Minuspunkte ein. Ist die Aufgabe eines Pfeils erfüllt, schieben wir eine Klangscheibe auf den jeweiligen Pfeil. War dies die letzte zu erfüllende Aufgabe des Plättchens, so erhalten wir unsere Klangscheiben zurück, können das Plättchen umdrehen und die abgebildeten Siegpunkte auf der Siegpunktleiste voranschreiten. Das Spiel endet sobald eine der Spielerinnen auf der Siegpunktleiste das Ziel für die entsprechende Spieleranzahl erreicht und alle Spielerinnen vor der Startspielerin sind ein letztes Mal dran. Außerdem endet das Spiel sollte der Nachziehstapel nur noch aus 4 Plättchen bestehen.

Fazit
Sagani ist ein schön illustriertes, abstraktes Puzzlespiel, welches innerhalb von weniger als 60 Minuten gespielt ist und sich daher perfekt für eine abendliche Partie nach dem Feierabend eignet. Da ich den Vorgänger Nova Luna nur 2 Partien lang ausprobieren durfte, fällt es mir schwer einen wirklich aussagekräftigen Vergleich anzustellen. Dennoch stehen 2 der Dinge, die mich dazu entschlossen haben Sagani zu kaufen und zu behalten, in direkter Verbindung zu Nova Luna: Zum einen finde ich die optische Aufmachung von Sagani wesentlich ansprechender, was aber sicherlich meinem persönlichen Geschmack geschuldet ist. Zweitens wirkt das Vereinfachen des Plättchenauswahlmechanismus in Sagani auf mich sinnvoll, fokussiert es das Spiel doch auf das für mich Wesentliche: das Erfüllen des Puzzles. Etwas unnötig verkompliziert finde ich in Sagani hingegen das sogenannte Intermezzo. Dieses soll vermutlich als Catch-Up-Mechanismus dienen und wird ausgelöst sobald in dem Ablagebereich, auf dem Plättchen landen, falls die Spielerin das letzte Plättchen der Auslage nicht nehmen möchte und stattdessen lieber eines vom Nachziehstapel zieht, 4 Plättchen ausliegen. Nun können die Spielerinnen beginnend mit der zurückliegenden Spielerin aus dieser Ablage je ein Plättchen wählen. Da aber zum einen hier ja die Plättchen liegen, die abgelegt wurden und auch die führende Spielerin ein Plättchen nehmen darf, fällt der Vorteil für den Zurückliegenden nur gering aus. Dabei darf all die oben genannte Kritik natürlich nicht falsch verstanden werden: Meiner Meinung nach ist die einzige Frage, die sich einem hier stellt, für welches der beiden Spiele man sich am Ende entscheidet. Ich habe mich letztendlich für Sagani entschieden und bereue es nicht. Natürlich, wen abstrakte Spiele langweilen, die ist sicherlich mit anderen Spielen besser beraten, ist das Thema zwar liebevoll ausgearbeitet, aber dennoch nur oberflächlich mit dem Mechanismus verbunden. Wen das aber nicht abschreckt, die findet in Sagani ein tolles abstraktes Spiel, was auch super zu zweit funktioniert und genug Wiederspielreiz bietet, versucht man doch jedes mal wieder noch geschickter und effizienter zu puzzlen. Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass ich es immer sehr begrüße, wenn von den „klassischen“ 4 Spielerfarben abgewichen wird, die triste Auswahl jedoch von weiß, grau, braun und schwarz wird meiner Meinung nach diesem sonst so liebevoll gestalteten Spiel nicht ganz gerecht.
Ich hoffe sehr, ich konnte euch einen guten Überblick über Sagani geben und wünsche euch ein frohes Spielen!